Individualisierung und Altersgemäßheit


Jeder Mensch ist anders. Das ist auch gut so.

Genauso ist jeder Sportler anders. Jeder Trainierende hat andere Voraussetzungen, Ziele und Möglichkeiten. Mit diesem Grundgedanken beschäftigt sich ein weiteres Trainingsprinzip, das ich dir heute vorstellen möchte.

Das Prinzip der Individualisierung und Altersgemäßheit

Dieses Trainingsprinzip geht auf die individuellen Merkmale eines jeden Sportlers ein und wie sie Berücksichtigung im Trainingsplan finden sollten. Denn ein Trainingsplan kann nur dann effektiv sein, wenn er auf den Sportler zugeschnitten ist. Es bringt nichts, wie Wladimir Klitschko trainieren zu wollen, wenn man nur die Motivation eines Al Bundy hat. Ebenso ist ein Training nach dem Muster von Usain Bolt ineffektiv, wenn man einen Marathon laufen will.

Wichtige Faktoren

Die zur Trainingsplanung zu berücksichtigenden Faktoren sind:

  • Trainingsziel
  • Belastungsverträglichkeit
  • Biologisches Alter
  • Vorerfahrung
  • Trainingszustand
  • Psyche
  • Geschlecht
  • Genetik

Bis auf die genetische Komponente, sind alle diese Faktoren auch für Hobbyathleten schon relevant. Schauen wir uns die Bestandteile mal genauer an.

Trainingsziel

Das Trainingsziel ist DER entscheidende Faktor für den richtigen Trainingsplan. Wie du dein persönliches Ziel findest, habe ich dir in diesem Artikel schon einmal erklärt. Das Ziel ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Betrachtungen. Mögliche Ziele sind: Muskelaufbau, Fettabbau, Massezuwachs, Körperstraffung, Schnelligkeit steigern, Ausdauer stärken und viele, viele mehr.

Belastungsverträglichkeit

Bei der Belastungsverträglichkeit geht es um ganz individuelle Merkmale aus dem orthopädischen, aber auch aus dem internistischen Bereich. Orthopädisch sind bspw. Rückenprobleme, Knieprobleme, zurückliegende Verletzungen und auch chronische Erkrankungen zu berücksichtigen. Im internistischen Bereich kann dies Asthma, Bluthochdruck etc. sein. Diese Faktoren gilt es selbstverständlich zu berücksichtigen und den Trainingsplan entsprechend anzupassen.

Biologisches Alter

Das Alter spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Gerade internistische Probleme wie Bluthochdruck kommen verstärkt im Alter vor und müssen entsprechend berücksichtigt werden. Aber auch umgekehrt ist es bei Jugendlichen wichtig, auf instabile Strukturen im Körper auf Grund des pubertären Wachstumsschubs zu achten. Selbstverständlich gibt es in unterschiedlichem Alter auch unterschiedliche Leistungsschwerpunkte. Allgemein sagt man bspw., dass die Schnelligkeit eher bis 30 und die Ausdauer ab 30 leichter zu trainieren ist. Beim Alter ist übrigens nicht das kalendarische, sondern das biologische Alter entscheidend. Diese beiden können deutlich voneinander abweichen.

Vorerfahrung

Die Vorerfahrung mit einer Sportart spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Einen 30-Jährigen, der seit seinem zwölften Lebensjahr Ausdauerläufe bestreitet, wird man anders auf einen Marathon vorbereiten, als jemanden, der erst seit drei Wochen joggen geht.

Trainingszustand

In dem Zuge ist der Trainingszustand auch entscheidend. Ist der Athlet bereits kurz vor seinem absoluten Formhoch oder beginnt er gerade erst mit der Aufbauarbeit? Dort gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen und die Periodisierung entsprechend zu steuern.

Psyche

Die wichtigste psychische Komponente im Training ist die Motivation. Nur mit der richtigen Motivation kann man anstrengende Trainingsbelastungen meistern und auch dauerhaft bewältigen. An dieser Stelle ist auch die Frage wichtig, was der Athlet bereit ist aufzugeben. Für sportlichen Erfolg – auch in kleinem Rahmen – muss man irgendwo Opfer bringen. Das Training erfordert Zeit, die man bspw. nicht vor dem Fernseher verbringen kann. Die richtige Ernährung fordert meist Verzicht auf ungesunde Sachen, die man dann nicht mit Freunden gemeinsam verzehren kann. Eine wichtige Frage ist hier also auch: Wie stark ist der Athlet im Verzichten?

Geschlecht

Das Geschlecht sollte bei wirklich detailliert ausgearbeiteten Trainingsplänen ebenfalls berücksichtigt werden. Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf Belastung und können auch unterschiedlich viel Belastung vertragen. Das ist gar nicht sexistisch gemeint, sondern einfacher biologischer Fakt. Die unterschiedlichen Belastungen und Fähigkeiten von Männern und Frauen sollten deshalb berücksichtigt werden.

Genetik

Die Genetik spielt eher im Leistungssport eine Rolle, bzw. auf dem Weg dorthin. Es gibt bspw. Menschen, die schnell zunehmen und Menschen, die nicht so schnell zunehmen. Bei Sportarten, wo es auch stark auf die Kraft und die Masse ankommt – z. B. Kugelstoßen – werden es kleinere und schmächtigere Leute schwerer haben. Natürlich können sie den Sport auch ausüben, wenn sie Spaß daran haben. Aber für die Weltspitze wird es wahrscheinlich nicht reichen. Wenn sie aber trotzdem beim Kugelstoßen bleiben wollen, brauchen sie einen anderen Plan für den Kraftraum, als der Kollege, der schnell zunimmt. Wie gesagt, diese Überlegungen beziehen sich dann eher auf den Leistungs- und Hochleistungsbereich.

 

Auch vor deinem ersten Training mit familiofit solltest du dir die eben genannten Punkte bewusst machen. Mit ihnen kannst du nicht nur Verletzungen vermeiden, sondern auch deinen Spaß beim Training erhöhen.

Bei Fragen kannst du dich gerne bei mir melden.

Viel Spaß beim Training,

Stephan